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Printausgabe vom 09.10.2007

Balduinstein feiert weiß-blau

Balduinstein. Beim Oktoberfest der Freiwilligen Feuerwehr Balduinstein ging es wieder zünftig bayerisch zu. Aber nicht nur das Oktoberfest allein war ein Grund, am vergangenen Wochenende in das idyllische Lahnörtchen zu kommen. Vor der Gaudi am Samstag und Sonntag in dem weiß-blau geschmückten Feuerwehrgerätehaus fand am Freitagabend eine „Blaulicht-Party“ statt. Bei Musik mit dem Disco-Team „Funtastic“ aus Cramberg und einer „Happy Hour“ schlugen hier die Stimmungswellen ähnlich hoch wie in der benachbarten Lahn.
Wie jedes Jahr lagerten die Floriansjünger für das Oktoberfest ihre Fahrzeuge und Ausrüstung aus und verwandelten die Gerätehalle mit einem integrierten Zeltvorbau in eine urgemütliche Feierstätte mit bayrischem Flair. Erstmals stand die Organisation, der Aufbau und die Durchführung des Festes unter dem Kommando des neuen Wehrführers Markus Stock. Stock konnte sich auf ein eingespieltes Team verlassen. Außerdem hat er selbst schon bei einigen Festen aktiv mitgewirkt. „Dieses Fest gehört nach fast zwei Jahrzehnten zum festen Jahresprogramm in der Ortsgemeinde. Bei den Besucherzahlen halten wir seit der erstmaligen Durchführung eine erfreulich hohe Frequenz“ so Stock, der bei herrlichem Wetter auch eine Vielzahl von Touristen im Zelt begrüßen konnte, die sich von den lukullischen Spezialitäten anlocken ließen.

Der Duft von frischen Brez’n, von Grillhax’n und Leberkäs, von Weißwürschtel und dampfendem Sauerkraut zog aber auch verlockend durch die Ortsstraßen und die Lahnanlage. Und selbstverständlich lockte auch das Original Paulaner Wiesenbier Gäste an. Beim angekündigten „Fassanstich“ hatten die Blauröcke zwar etwas geflunkert, denn der edle Gerstensaft floss bereits weit vor dem angekündigten Termin aus der Zapfanlage. „Wir Feuerwehrleute können beim Bereitstellen von Löschmitteln eben weitaus besser mit Leitungen und Kupplungsstücken umgehen, als mit einem Holzhammer einen Zapfhahn einschlagen“, lachte Stock, und die umstehenden Gäste prosteten ihm verzeihend mit gut gefüllten Maßkrügen zu. Unter ihnen natürlich auch die Mitglieder der benachbarten Wehren aus Steinsberg, Cramberg und Birlenbach.

Genau wie diese und viele andere Wehren benötigen die Floriansjünger aus Balduinstein die Einnahmen solcher Feste, um Projekte und Anschaffungen für die Wehr zu finanzieren. Erfreulich darf man registrieren, dass dies bei der Bevölkerung offenbar verstanden wird und die Bürger durch ihren Besuch die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr nach Kräften unterstützten. (mlk)


Printausgabe vom 11.08.2007


Markus Stock führt die Feuerwehr Balduinstein

Wehrführer Markus Stock (Mitte) und sein Stellvertreter Andreas Holleyn (links) wollen die Arbeit von Wolfgang Holleyn (rechts) bei der Feuerwehr Balduinstein fortsetzen. Foto: mlk

Balduinstein. Wechsel am Kommandostand der Blauröcke in Balduinstein. Seit wenigen Tagen lenkt der 25-jährige Markus Stock die Geschicke der aus 28 aktiven Frauen und Männer bestehenden Feuerwehreinheit der Lahngemeinde. Im Mai dieses Jahres hatte der ehemalige Wehrführer Wolfgang Holleyn (58) aus persönlichen Gründen um die Entlassung aus dem Amt des Wehrführers und damit aus dem Beamtenverhältnis als Ehrenbeamter der Verbandsgemeinde gebeten. Jetzt wurde sein ehemaliger Stellvertreter (seit 2005) Markus Stock, einstimmig zum Nachfolger gewählt und acht Tage später vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez, Franz Klöckner, in sein neues Amt eingeführt. Der frei werdende Posten des Stellvertreters wurde mit Andreas Holleyn (34) besetzt.

Die beiden „Neuen„ wollen die gute, langjährige Arbeit innerhalb der Einheit fortführen, um den derzeit überaus positiven Personalstand, das ausgezeichnete Klima sowie die hervorragende Kameradschaft zu erhalten. Man darf in der mit Förderverein 140 Mitglieder zählenden Wehr mit Stolz behaupten: „Bei uns stimmt’s derzeit!„ Trotzdem haben Stock und Holleyn nichts dagegen, „neue Gesichter bei uns begrüßen zu dürfen„. Interessenten können sich auf der eigenen Internet-Seite (http://www.feuerwehr-balduinstein.de) informieren und Kontakt aufnehmen.

Der neue Wehrführer Markus Stock ist Balduinsteiner und seit dem Jahre 2001 aktiver Feuerwehrmann. Er ist „noch„ ledig und nach eigener Aussage „in guten Händen„. Weitere Hobbys hat er seit seinem Entschluss, die Floriansjünger seiner Heimatgemeinde zu verstärken, nicht mehr. Der neue Stellvertreter Andreas Holleyn (Sohn des ehemaligen Wehrführers) ist seit 18 Jahren bei der Wehr, war bisher als Beisitzer im Vorstand für Belange der Ausbildung zuständig und ist von Beruf Elektroingenieur. Einen heimlichen Wunsch hegen die beiden neuen Führungskräfte: „Ein Boot für Einsätze auf der Lahn wäre toll und würde uns in einem hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gute Dienste leisten.„ (mlk)


Printausgabe vom 24.07.2007

Baum stürzte vor den Naturfelstunnel

Balduinstein. Ein Radfahrer hat einen umgestürzten Baum vor dem Naturfelstunnel Balduinstein Richtung Talhof entdeckt. Der Baum versperrte komplett die Straße, so dass aufgrund der Kurvenstrecke und der Geschwindigkeit vieler Motorradfahrer die Straße gesperrt werden musste. Die Straßenmeisterei zerlegte den Baum und räumte die Stücke mit Hilfe der Feuerwehr an den Fahrbahnrand. (nnp)


Printausgabe vom 14.07.2007

Holzappel. Um 20.10 Uhr war es gestern Abend soweit: Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg konnte ohne Probleme entschärft werden. Die Bombe war auf der neuen Erdgas-Trasse zwischen Holzappel und Geilnau am Donnerstag gefunden worden (wir berichteten) und hatte gestern vier Dörfer in den Ausnahmezustand versetzt.

Seit den Mittagsstunden waren Feuerwehrautos im Stundentakt durch die Straßen von Scheidt, Horhausen, Geilnau und Holzappel gefahren, um die Bevölkerung zum Verlassen ihrer Häuser bis spätestens 18 Uhr aufzufordern. Am Abend zuvor hatten die Gemeinderäte freiwillige Helfer zusammengetrommelt, um Handzettel zu verteilen. Gegen 19 Uhr begann dann der Kampfmittel-Räumdienst mit der Entschärfung der Bombe, den Vollzug verkündete gut eine Stunde später der Leiter des Diezer Ordnungsamts, Ulrich Sitzmann.

Gespannte Ruhe herrschte vor der Entschärfung in den Straßen der geräumten Ortschaften. Die Straßen waren leer gefegt, nur die blechernen Stimmen aus den Polizeilautsprechern hallten durch die einsamen Straßen. Die meisten Menschen hatten sich bereits am späten Nachmittag in ihre Autos gesetzt, um sich – wie von den Behörden angeordnet – in einen der Nachbarorte zu begeben oder aber Freunde und Verwandte aufzusuchen. „Die Stimmung ist gedrückt“, sagte Bäckermeister Martin Spies, der seinen Laden in der Holzappeler Hauptstraße bereits um 16 Uhr zusperrte – zwei Stunden früher als sonst. Angst, dass etwas passiert? „Eigentlich nicht, und mein Backofen, der ist schließlich versichert“, lachte Spies, der den Abend bei seinem Bruder in Charlottenberg verbringen wollte. Seine Verkäuferin Ursula Raab aus Diez war froh, am Nachmittag nach Hause fahren zu können, gestand sie. „Jeder ist doch etwas besorgt.“

Ursula Schmidt war eigens aus Bad Ems angereist, um ihre 85-jährige Mutter zu holen. „Die nimmt’s mit Humor“, erzählte sie. Und Tankstellen-Pächter Horst Kalkofen hielt die Bombe sogar für ungefährlich. „Am meisten Sorgen mache ich mir wegen der Gasleitung. Wenn die hoch geht, dann rummst es hier richtig!“ Er selbst machte seine Tankstelle erst gegen 17.30 Uhr dicht, um zu seiner Tochter nach Bärbach zu fahren – „ein Bierchen trinken“. Christoph Bollendorf, Besitzer des Seerestaurants, war ziemlich sauer, weil der Bombenfund ihm das Geschäft verhagelt habe. „So ein schöner Tag, da wären heute Abend viele Gäste gekommen.“ Positiv fand er jedoch, dass die Dorfgemeinschaft in dieser Ausnahmesituation zusammenhalte. „Es gibt eine riesige Bereitschaft zu helfen“, erzählte Bollendorf.

Elf Feuerwehren aus allen Esteraugemeinde und Balduinstein sowie etliche Polizeibeamte von der Diezer Inspektion waren gegen 17 Uhr im Einsatz, um sämtliche Zufahrtsstraßen in die evakuierten Dörfer dicht zu machen. Kein Fahrzeug kam mehr durch. Am Dorfgemeinschaftshaus in Langenscheid hatten rund 40 ehrenamtliche Helfer des DRK Rhein-Lahn alle Hände voll zu tun, um bettlägerige, behinderte und gebrechliche Menschen aus ihren Häusern abzuholen. Insgesamt 17 Personen, so der Bereitschaftsleiter Bertram Mies, wurden im provisorischen Feldbettlager im Langenscheider Bürgerhaus untergebracht. „Für uns ist das nichts Neues“, berichtet Mies, „wir waren schon bei Evakuierungen in Koblenz dabei.“ Erleichtert, nun in Sicherheit zu sein, war zum Beispiel Gerda Walper aus Geilnau, die mit ihrem schwer behinderte Mann Adolf von den Rotkreuzhelfern abgeholt worden war. „Wir wären sonst nicht weg gekommen“, erzählte sie.


Printausgabe vom 05.07.2007


Kinder für „heiße Themen“ sensibilisiert

Balduinstein. Was sind die Aufgaben der Feuerwehr? Wie setze ich einen korrekten Notruf ab? Welche persönliche Schutzausrüstung hat ein Feuerwehrmann? Dies und vieles mehr lernten Balduinsteins älteste Kindergartenkinder an einem Vormittag bei der Feuerwehr.

Alexander Bendel, Stefanie Eberhardt und Markus Stock von der Feuerwehr Balduinstein zeigten den Kindern aus Cramberg, Wasenbach und Balduinstein, was alles drin ist in einem Feuerwehrauto und wie es funktioniert. Die Vorführung war Teil einer Brandschutzwoche in der Kindertagesstätte. Rund um dieses „heiße“ Thema drehte sich alles in den zwei Gruppen der Betreuungseinrichtung.

Treff für die angehenden „Schulkinder“ war ein Gruppenraum im Kindergarten. Dort stand zunächst etwas Theorie auf dem Programm. Sollte es zu einem Brand in der Wohnung kommen, wissen die Kinder jetzt, dass man sich möglichst in Bodennähe aus dem Gefahrenbereich begibt und am nächsten Telefon über die Nummer 112 die Feuerwehr verständigt. Auch wurde die Funktion eines Rauchmelders bei einem simulierten Brand demonstriert.
Nach dem Frühstück wurde anschließend frisch gestärkt trotz Regenwetters im Dorf das Gerät und die Ausrüstung der Wehreinheit begutachtet. Jeder durfte sich auch einmal als „echter“ Feuerwehrmann fühlen, die Kleidung an- und die Kübelspritze ausprobieren.

Eine solche Aktion wollen Kindergarten und Feuerwehr jährlich anbieten, um die Kleinsten auf das richtige Verhalten im Brandfall vorzubereiten.
Nähere Informationen über die Feuerwehr auf der neu gestalteten Internetseite http://www.feuerwehr-balduinstein.de (nnp)