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Nassauische Neue Presse vom 15.03.2011

Beförderung und Ehrung: Andreas Holleyn, Thomas Ortseifen, Michael Holleyn (seit 35 Jahren Mitglied), Kevin Lenau und Markus Stock (von links).

Rettungsboot für Balduinstein
Verbandsgemeinde soll sicheren Abstellplatz finanzieren

Balduinstein.
Ehrgeizige Pläne bei der Feuerwehr in Balduinstein: Die Löschgruppe möchte vor Ort ein Rettungsboot stationieren und hat nach Meinung von Jörg Meid, dem stellvertretenden Wehrleiter der Verbandsgemeinde, gar nicht so schlechte Aussichten, dieses Vorhaben schon in nächster Zeit realisieren zu können.

Ich bin zuversichtlich», reagierte Meid in der Jahreshauptversammlung auf einen Antrag der Ortswehr. Nach den Richtlinien der überarbeiteten Feuerwehr-Verordnung sei das Boot bei 70 Anlegestellen im Einsatzbereich «sicherlich notwendig».

Voraussetzung für die Stationierung ist eine «anständige Unterbringung» und die Berechtigung zum Führen des Wasserfahrzeugs. Sollte sich die Verbandsgemeinde für einen Bootsstandort Balduinstein entscheiden, würde die Verbandsgemeinde als Trägerin der Feuerwehr auch den sicheren Abstellplatz finanzieren, zeigte sich der Brandmeister sicher. Und was das Personal für die Bedienung angeht, stehen nach Worten von Wehrführer Markus Stock vier Kandidaten für die Ausbildung bereit.

Beim zweiten wichtigen Anliegen der Feuerwehr trat Meid etwas auf die Bremse: die Anschaffung eines wasserführenden Fahrzeugs. Hintergrund ist auch hier die Feuerwehr-Verordnung, die sinngemäß Einsatzfahrzeuge mit Löschwasser an Bord als erforderlich ansieht, wenn im Ort eine bestimmte Anzahl von mehrstöckigen Häusern überschritten ist.

Wasserwagen

Aus strategischen Erwägungen käme der Wehrleitung ein kleinerer «Wasserwagen» in Balduinstein sehr entgegen, weil das die Zeit bis zum Einsatz verringern würde. Abgesehen von der Tatsache, dass die durchweg größeren wasserführenden Fahrzeuge in Diez stationiert sind und als Lkw schon eine Weile für die Anfahrt brauchen, haben sich kleinere Dienstkarossen in engen Gassen als wesentlich vorteilhafter und beweglicher erwiesen. Einer Anschaffung, darauf wies Meid ausdrücklich hin, stehen allerdings nicht unbeträchtliche Kosten gegenüber. Die Anträge werden jetzt von der Verbandsgemeinde geprüft und dem Kreis vorgelegt. Darüber hinaus informierte der Brandmeister über Digitalfunk und Atemschutz.

Fünf Einsätze forderten im vergangenen Jahr die 22 Aktiven: Keller- und Scheunenbrand in Cramberg, die Bergung einer Wasserleiche, ein Ölalarm auf der Lahn und der Sturm Xyntia. Damals musste ein beschädigter Zug nach Diez zurückbegleitet werden. Die Wehr beteiligte sich an diversen gemeinschaftlichen Aufgaben im Ort, schloss den Umbau am Bahnschuppen ab und kann nun die restaurierten historischen Löschgeräte ordentlich abstellen.

Mit einer Schauübung wurde einer Mitgliederwerbung Aufmerksamkeit verschafft. In diesem Jahr wird die Wehr wieder am Umwelttag teilnehmen, Hand an die Fahrzeughalle anlegen und die Hydranten warten. Ein Hinweis auf das Fest am ersten Oktoberwochenende ergänzte die Lehrgangsvorschau des Wehrführers.

Bei den Wahlen zum Vorstand des Fördervereins (derzeit 162 Mitglieder) wurden Vorsitzender Markus Stock, Stellvertreter Andreas Holleyn, Rechnungsführer Franz Hergenhahn und – für die letzte Amtsperiode – Schriftführer Hans-Josef Lenau in den Ämtern bestätigt. Jörg Meid beförderte Kevin Lenau zum Feuerwehrmann und Thomas Ortseifen zum Hauptfeuerwehrmann. Ortsbürgermeister Paul Wendt würdigte die Feuerwehr als Aushängeschild für den Ort, betonte die vielfältigen Aufgaben und lobte das Engagement für die Allgemeinheit. So universell seien Anforderungen und Leistungen bei keinem anderen Verein. hbw (hbw)

Artikel vom 15. März 2011,