RZ-Online Artikelarchiv vom 05.01.2008

Frau starb bei Brand

51-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden

Die Gemeinde Geilnau steht unter Schock. Das Feuer, das am frühen Freitagmorgen eine 51-jährige Einwohnerin das Leben kostete, hatte sich über längere Zeit unbemerkt entwickelt. Zur Brandbekämpfung waren 50 Feuerwehrleute viereinhalb Stunden im Einsatz.
GEILNAU. Um 5.44 Uhr wurden gestern Feuerwehr und Polizei über den Brand in einem Einfamilienhaus in Geilnau informiert. "50 Feuerwehrleute kämpften viereinhalb Stunden lang gegen die Flammen", so Marcus Grün, Wehrleiter der VG Diez. Für eine 51-Jährige kam aber jede Hilfe zu spät. Die Frau starb an einer Rauchvergiftung. Ausgelöst wurde der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch einen Kurzschluss in einem Verlängerungskabel, aus dem sich ein Schwelbrand entwickelte.
Feuerwehrleute aus Geilnau, Holzappel, Balduinstein, Diez und Cramberg kämpften lange gegen den beißenden Qualm, der den Einsatz von Atemschutzmasken notwendig machte. "Wir mussten eine Türe einschlagen, damit wir in das Haus kommen konnten", erklärte Marcus Grün. Um Glutnester im Bungalow zu beseitigen, mussten die Einsatzkräfte eine komplette Fachwerkwand einreißen und abstützen, erklärte der Verbandsgemeinde-Wehrleiter.
In dem Haus in der Geilnauer Lahnstraße hielt sich nur die 51-jährige Frau auf, wie der Geilnauer Ortsbürgermeister Karl-Gerhard Wetzel berichtete. Sie wurde in Schlafbekleidung in der Küche gefunden. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen.
Wie der Ortsbürgermeister und ein Nachbar berichteten, lebte die Frau mit ihrem Mann erst seit vergangenem Juli in Geilnau. "Das Ehepaar galt als ruhig und lebte sehr zurückgezogen", so Wetzel weiter. Ein großes Problem war es für die Verwaltung und die Polizei, den Ehemann zu erreichen und über die Tragödie zu informieren, da er als Fernfahrer arbeitet und seit mehreren Tagen unterwegs ist.
"Bemerkt wurde der Brand durch einen Anwohner, der seinen Hund spazieren führte. Er entdeckte in der Frühe Qualm, der unter der Haustür des Bungalows in der Lahnstraße kam", führte der Bürgermeister aus. Das Haus ist in Geilnau als das "Brunnenwärterhaus" bekannt. Es wurde im 19. Jahrhundert als Nebengebäude des Brunnenhauses gebaut, das das Adelsgeschlecht Schaumburg am Ortsausgang als Jagdschloss errichten ließ.
Das Haus ist zurzeit nicht bewohnbar. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen im sechsstelligen Eurobereich. (ag/das)