Flader Tragkraftspritze

Flader Tragkraftspritze

Typenbezeichnung:
Flader Modell Siegerin ZW 1 Hersteller:
E.C. Flader in Jöhstadt/Sachsen,
zweistufige Kreiselpumpe mit Gasstrahler
Leistung: 400 l/min, Förderhöhe: 6 m
Antrieb: DKW-Zweizylinder-Zweitaktmotor,
wassergekühlt,
Hersteller: Auto-Union, Chemnitz
Typenbezeichnung: DKW ZW 600
Leistung: 14,5 PS bei 3600 U/min
Baujahr (Motor und Pumpe): 1940
Eingesetzt von 1940 bis 1964

Lafette zum Transport

Hans Flader, im Familienbetrieb E.C. Flader in Jöhstadt im sächsischen Erzgebirge tätig, verfasste 1930 einen Aufsatz zum Thema „Die Entwicklung der Kleinmotorspritze“. Versuche mit Zwei- und Viertaktmotoren führten schließlich zur Verwendung der leistungsfähigen, wassergekühlten DKW-Zweitaktmotoren mit 585 bzw. 1100 ccm Hubraum. Die Motorspritzen erhielten die Bezeichnung Siegerin ZW I (400 l Förderleistung) bzw. ZW II (800 l Förderleistung). Die Siegerin ZW III mit Breuer-Viertaktmotor schaffte sogar 1200 Liter in der Minute. Die Firma Flader wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den russischen Besatzern demontiert. Das traditionsreiche Unternehmen wurde wieder aufgebaut und produziert unter der Bezeichnung Pumpenfabrik Jöhstadt nach wie vor Feuerwehrspritzen.

Die Flader Tragkraftspritze wurde zum 50jährigen Bestehen im Jahr 2009 durch Willibald Bühler restauriert und ist voll funktionsfähig.


Hydrantenwagen

Bei unserem Hydrantenwagen handelt es sich um einen einachsigen Kastenwagen mit großen eisenbereiften Holzspeichenrädern mit Klotzbremse und Zugdeichsel, ähnlich wie bei einem Handwagen. Hergestellt wurde der Wagen um 1910 (das genaue Datum ist nicht bekannt) von dem Limburger Stellmacher Jos. Reuss.
Die Beladung bestand aus zwei Standrohren, einem Hydrantenschlüssel, zwei C-Rohren
und zwei Schlauchhaspeln mit C-Schläuchen sowie weiterem Zubehör wie beispielsweise
Werkzeuge, Schlauchschellen (zum Flicken geplatzer Schläuche) und vieles mehr.
Zum Ziehen des Hydrantenwagens reichten zwei kräftige Männer.


Handdruckspritze

Kastenspritze

Diese etwas kleinere, einzylindrige Handdruckspritze, wegen ihres kastenförmigen Aussehens auch Kastenspritze genannt, stammt aus den Beständen der ehemaligen
Schaumburger Feuerwehr, deren Aufgaben seit der Eingemeindung Schaumburgs auf die Freiwillige Feuerwehr Balduinstein übergegangen sind. Sie konnte dank ihrer kompakten Abmessungen von nur vier Mann transportiert und auch bedient werden.
Die Vorgehensweise war die gleiche wie bei der großen Version: Das Wasser musste zunächst mittels Eimerkette zur Spritze geschafft werden, dann erst konnte gepumpt werden. Über kurze Strecken konnte man sie mühelos tragen; sie ließ sich bei Bedarf aber auch auf einem größeren Handwagen oder einem Fuhrwerk zum Einsatzort transportieren. Peter Bär, sein Sohn Christian und Bernd Kühnemann, alle drei Mitglieder der Balduinsteiner Feuerwehr, haben die Handdruckspritze vor dem Verschrotten gerettet und in mühevoller Handarbeit generalüberholt. Sie ist selbstverständlich wieder voll funktionsfähig und wird im Feuerwehrschuppen neben dem Balduinsteiner Rathaus aufbewahrt.