Hier ein kleiner Auszug aus der Geschichte von unserem Heimatdorf:

Balduinstein ist ein geschichtsträchtiger Ort. Mit dem Jahre 1319 trat der Ort ins Rampenlicht der Geschichte. Der Kurfürst Balduin von Trier. Bekannt auch als Balduin von Luxemburg, begann mit dem Bau einer Burg auf dem mächtigen Kalkfelsen über dem Tal des Holzbaches, mitten auf fremden Grund und Boden. Seine Absicht war es, die Herren von Westerburg auf der nahen Schaumburg zu kontrollieren. In relativ kurzer Zeit entstand so eine Burg in einem neuen Baustil, ohne Turm, aber mit besonders dicken und starken Mauern – einmalig in Deutschland und anderenorts nie wieder gebaut. Die Burg bestand zunächst aus einem mehrstöckigen Pallas = Palast, also Wohnraum und einem schmalen Burghof. Er lag auf der Westseite des Felsens. Ein Graben umgab den Fels, zum teil durchflossen vom Bach.
Im weiteren Umkreis der Burg hatten ihre Verteidiger gegen Angriffe der Westerburger „Gräben und Gebück“ errichtet, besonders auf der Höhe. In deren Schutz siedelte sich später das Dörfchen Hausen an. Als die Westerburger ihre Sache verloren sahen, schlossen sie am 21. Juli 1321 Frieden mit dem Erzbischof. Sie verkauften ihm für 100 Mark den Boden, worauf die Burg stand und die Liegenschaften im Umkreis dazu. Die Burg sollte nebst Wingerten, Äckern, Land, Wald, Busch, Weiden, Gewässern, Fischereien, Jagd und allem, was innerhalb der bezeichneten Grenzen bei der Burg liege, ewig dem Erzstift Trier verbleiben.
Schon am 19. August 1321 erhielt Balduin aus Trier die Stadtrechte von Kaiser Ludwig, dem Bayern, der ihm sehr verpflichtet war. Der Kaiser verlieh ihm für die Burg und das anliegende Tal und die Häuser und die Befestigungsanlagen, die in diesem Tal noch errichtet würden, die gleichen Stadtrechte, wie sie Frankfurt am Main besaß. Ferner verlieh er dem Erzbischof die hohe Gerichtsbarkeit und die Landeshoheit, soweit die grenzen des Kirchspiels Habenscheid reichten. Hierdurch wurde die Schaumburg ganz von der Lahn abgeschnitten. Mit diesem Vertrag war nun der Besitz nicht mehr kaiserlich, sondern kirchlich. Balduin gab der Burg seinen Namen – Burg Balduinstein.

Schloss Schaumburg

Der weit von Trier liegende Besitz konnte in der damaligen zeit nur durch eine starke Burgmannschaft gehalten werden. Einzelnen Rittern machte man die ständige Anwesenheit zur Pflicht. Unterstellt war die Burgmannschaft einem Burggrafen oder Amtmann.... Aus Balduinstein machte der Erzbischof ein eigenes Amt und übergab es 1335 dem Ritter Dietrich von Staffel..... Von 1339 existiert ein Schriftstück, in dem sich Dietrich verpflichtet, in der Burg eine Stadt zu errichten und sie mit einer Mauer zu umgeben....Hiermit beginnt die Geschichte des Ortes Balduinstein. ....

Balduinstein an der Lahn Fotograf/Zeichner: R. Faust / Datum der Aufnahme: 20. Mai 2002



(Quelle: „Unsere Heimat Balduinstein“, Günther Damm, 1992; Herausgeber: Gemeinde Balduinstein, Heimat- und Verkehrsverein)

Das sagt Wikipedia über Balduinstein

http://de.wikipedia.org/wiki/Balduinstein